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SPD Schönwalde-Glien

Presseberichte 2016

Liebe Genossinnen, liebe Genossen, liebe Mitstreiter und Freunde,

wir wünschen Euch allen, Euren Freunden und Bekannten, allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, auch den neuen, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind, ein harmonisches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr. Möge es Euch Glück bringen, Erfolg und alles bei guter Gesundheit.

Die SPD Schönwalde wird auch im Neuen Jahr für Demokratie, Solidarität und Mitwirkung eintreten und für das friedvolle Zusammenleben bei uns im Ort. Wir treten aktiv für Toleranz ein und gegen Hass und Gewalt in jeder Form.

Bärbel Eitner,                                                                         Wilfried Seiring,

Vorsitzende des SPD-Ortsvereins                           Vorsitzender der SPD-Fraktion


Warnwesten sollen Leben schützen

Am 29. November 2016 um 13 Uhr werden Vertreter der SPD Schönwalde 50 Warnwesten an Asylbewerber übergeben. Noch immer ist der Beschluss der Gemeindevertretung, für die Flüchtlinge einen Fahrradweg zu schaffen, nicht realisiert worden. Noch immer kann man Kinder und Frauen auf dem Weg zur Schule oder zum Einkaufen beobachten, wie sie unter beträchtlichen Gefahren parallel zur L20, auf der 70 km/h erlaubt sind und oft überschritten werden,  sich einen Weg suchen.

Die dunkle Jahreszeit beginnt, und größer werden die Gefahren des Straßenverkehrs für Leib und Leben. Nach Rücksprache mit der Heimleitung hat sich die SPD Schönwalde nach einer spontanen Spendenaktion, initiiert vom Fraktionsvorsitzenden der SPD, Wilfried Seiring, entschlossen, 50 Warnwesten zu spenden, die nun im Erlenbruch jedem Bewohner zur Ausleihe zur Verfügung stehen. „Wer schnell hilft, hilft doppelt“, meint Seiring und fügt hinzu: „Generell rufen wir zur Rücksichtnahme und gegenseitigem Verständnis auf; der Straßenverkehr ist nur ein Beispiel, wenngleich eines, wo besonders viel gesündigt wird.“

Verantw. i. S. des PressGes.: Bärbel Eitner, Vorsitzende des OV der SPD

 

veröffentlicht von Wilfried Seiring, Schönwalde, den 17.11.2016

 


 

Glückwünsche zum Ehrenpreis für die Schönwalder Bibliothek

Der Deutsche Bibliotheksverband hat der Schönwalder Bibliothek den 2. Förderpreis verliehen. Die SPD Schönwalde gratulierte der Vorsitzenden des Vereins Buch & Co., Nicola Menzel,  für diese besondere Auszeichnung ganz herzlich. Diese Auszeichnung ist umso bemerkenswerter als unsere Bibliothek ehrenamtlich geleitet wird. Die SPD hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für den Erhalt dieser Bildungseinrichtung eingesetzt. Sie ist inzwischen gut angenommen und wird von mehr als 700 Bürgerinnen und Bürgern regelmäßig genutzt. Dazu trägt auch bei, dass Frau Menzel sich immer wieder bemüht, neben den 17 632 Medien auch moderne Medien, wie DVDs, CDs und andere Tonträger zur Verfügung zu stellen. Neuerdings wurden zwei PC-Arbeitsplätze geschaffen, für die Sprachlernprogramme in arabischer und englischer Sprache zur Verfügung stehen; so können die Geflüchteten eine größere Chance nutzen, die deutsche Sprache zu erlernen und so leistet unsere Bibliothek eine konstruktive Hilfe zur Integration. Immer wieder wird erfolgreich versucht, durch spezielle Veranstaltungen Kinder und Jugendliche für das Bildungsangebot zu begeistern. Bringedienste erleichtern Kranken und Senioren die Ausleihe; inzwischen sind auch Lesepaten engagiert, die diese Arbeit erfolgreich unterstützen.

Durch die Initiative der SPD wurde 2015 der Beschluss der Gemeindevertretung möglich, der einzigen Angestellten die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen und die Fortexistenz der Bibliothek zu sichern.

Der SPD-Ortsverein, der mit seinem regelmäßigen Bücherstand die Arbeit der Bibliothek unterstützt, wird auch künftig für den Erhalt der Bibliothek eintreten und dafür in der Gemeindevertretung werben. „Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen, sie ist nicht nur eine Voraussetzung für Erfolg im Beruf, sie schafft auch persönliche Zufriedenheit, Ausgleich und Freude“, sagt Wilfried Seiring, der Fraktionsvorsitzende der SPD in der Gemeindevertretung  Schönwalde-Glien. „Unser Wunsch an die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde: Nutzt die vielfältigen Angebote und tragt dadurch zum weiteren Erhalt unserer Bibliothek bei.“

 

veröffentlicht von Wilfried Seiring, Schönwalde, den 19.10.2016

 


 

Bücherstand beim Siedlungsfest

Während des Siedlungsfestes am 17. September 2016 wird die SPD Schönwalde auf dem Rathausplatz mit einem Bücherstand vertreten sein. Von 12 bis 17 Uhr werden Kinder, Jugendliche und deren Eltern Gelegenheit zum Büchertausch und zum Gespräch darüber haben; das Motto lautet wie beim letzten Mal „Bring eins – nimm zwei“. Wieder wird es eine schöne Gelegenheit zum Meinungsaustausch gebenChancen, um Fragen zu beantworten, zu beraten und Bücher zu empfehlen. Und die Überraschung: Die ersten drei Jugendlichen können einen Schal des Bundesligisten Hertha BSC mitnehmen! 

Seit Jahren ist dieser Stand zu einem festen Bestandteil unserer Öffentlichkeitsarbeit geworden, der ein gutes Echo inder Bevölkerung gefunden hat. „Bücher sind Fenster zur Welt, sie fördern die Fantasie, machen uns klüger und bereichern uns in vielerlei Hinsicht – so wollen wir einen positiven Impuls für jede Altersstufe geben", sagt Wilfried Seiring, der Vorsitzende des Bildungsausschusses und Schönwalder Fraktionsvorsitzende. Er wird wie andere Gemeindevertreter anwesend sein, für Fragen der Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen und Spenden für die Büchereien unserer Grundschulen entgegennehmen.

Verantw. i. S. des Pressegesetzes: Wilfried Seiring (Tel.: 03322-241252)

 

veröffentlicht von Wilfried Seiring am 02.09.2016

 


 

SPD: Wir wollen endlich das beitragsfreie Vorschuljahr durchsetzen

Martin Gorholt legt für den Landesparteitag im Oktober  den Antrag vor, endlich das beitragsfreie Vorschuljahr einzuführen. Endlich sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus Neurobiologie, Psychologie, Linguistik, Soziologie und Ökonomie beachtet werden, wonach die Lernerfahrungen der frühen Kindheit den weiteren Entwicklungsweg eines Menschen entscheidend beeinflussen. Noch immer gibt es in Deutschland einen unguten Zusammenhang zwischen Herkunft und höherwertigem Bildungsabschluss. Noch immer hängt es also vom Geldbeutel der Eltern ab, ob Chancengleichheit realisiert werden kann. Die ersten Lebensjahre sind entscheidend, denn im Kindergarten werden für alle qualitativ hochwertige frühkindliche Bildungs-und Betreuungsangebote gemacht, die sowohl für das einzelne Kind als auch für die gesamte Gesellschaft wichtig und rentabel sind. Beweise liegen vor, dass Investitionen  am Anfang der Bildungskarriere den höchsten fiskalischen Nutzen bringen. Auch deshalb ist das beitragsfreie Vorschuljahr ein bedeutender Schritt, aber noch wichtiger  erscheint mir, dass alle unsere Vorschulkinder unabhängig von der Familiensituation soziale und emotionale Kompetenzen erwerben, kognitive Anregungen bekommen und  Neugier stimuliert wird. Martin Gorholts Initiative erfüllt Elternwünsche, er verdient Unterstützung von allen Parteien.

„Die ersten Lebensjahre, in denen das Gehirn der Kinder reift, sind entscheidend für den späteren Nutzen, den dieses Organ seinen Besitzern bringen kann. Defizite in der frühkindlichen Entwicklung lassen sich in späteren Lebensphasen  auch durch intensives Training kaum ausgleichen“, so die Quintessenz von Wissenschaftlern. Die Deutsche Akademie der Wissenschaften Leopoldina zieht daraus den Schluss, dass die Investitionen für dieses Alter bedeutender sind als zum Beispiel die für die universitäre Ausbildung. Im Gegensatzzum Ausland wurden in Deutschland nach und nach Studiengebühren an den Hochschulen abgeschafft, zuletzt 2014 in Bayern und Niedersachsen. Das heißt, dass diejenigen, die bereits zu den Privilegierten mit Abitur gehören, genießen den Vorteil subventionierter Hochschulausbildung. Ist das gerecht? Ich überlasse das Urteil dem Leser.  Für den Besuch des Kindergartens aber müssen die Eltern – zwar nach dem Einkommen gestaffelt -  Gebühren entrichten.  Das ist nun wirklich unsozial. Vor allem aber ist es in Bezug auf unsere Gesellschaft, deren wichtigste Ressource die Bildung und Erziehung unserer Kinder ist, nicht vertretbar.

Generell geht es bei dem Bildungsengagement für Kinder nicht nur um die Vorbereitung auf die schulische Bildung, sondern auch um den Erwerb von Kompetenzen, die der persönlichen Verhaltenssteuerung dienen, der sogenannten Selbstregulierungskompetenz. Diese beschreibt die Fähigkeit, Gefühle zu verarbeiten, eine Frustrationstoleranz zu entwickeln, zielgerichtet zu handeln und kurzfristige Befriedigungen gegenüber langfristigen Zielen zurückzustecken.

Zusammengefasst: Frühkindliche Betreuungs- und Bildungsangebote helfen vor allem dem Nachwuchs, der es von Haus aus schwerer hat, also Kinder aus armen, benachteiligten und sogenannten bildungsfernen Haushalten. Dies gilt nicht nur für die reicheren Länder dieser Erde, zu denen Deutschland gehört. Für Skeptiker noch ein Hinweis: Das arme Bangladesch hat die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen gehört: Dort haben lokale Nichtregierungsorganisationen  1800 Vorschulen eingerichtet. Die betreuten Kinder können, wenn sie in der zweiten Klasse der Grundschule sind, besser sprechen, lesen, schreiben und rechnen als ihre Altersgenossen, die keine Vorschule besucht haben.

Dies ist ein Ziel, dem wir uns verpflichtet fühlen sollten. Es ist ein Ziel, das zu erreichen wünschenswert ist für jedes Mädchen und jeden Jungen, vor allem aber ist es ein humanes Ziel, weil es den Wohlstand unseres Landes sichern hilft und damit langfristig auch die demokratische Stabilität, die wir alle schätzen.

 

veröffentlicht von Wilfried Seiring am 14.08.2016

 


 

Asylsuchende in unserer Gemeinde  –  seit fast einem Jahr

Eine Bilanz von Wilfried Seiring

Die Informationen kamen spärlich, und sie waren unvollständig. Unmut kam auf, und viele Fragen blieben unbeantwortet – kein guter Start für eine der schwierigsten Aufgaben, die nicht nur auf Schönwalde, sondern, wie man täglich den Medien entnehmen konnte, auf Europa und speziell auf Deutschland zukommen sollte. Mit wem ich auch darüber sprach, das Wort der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ wurde mehr als Appell denn als Beschreibung der Realität verstanden. Von heute aus betrachtet: Die Zuwanderung war so hoch wie nie! Das beliebte Einwanderungsland Deutschland ist 2015 unterm Strich um 1,1 Millionen Zuwanderer gewachsen. Neben Schutzsuchenden aus den Kriegs- und Krisenregionen kamen auch viele EU-Bürger auf der Suche nach Arbeit. Insgesamt 2,1 Millionen Menschen sind 2015 in die Bundesrepublik gezogen. Das waren 46% mehr als im Jahr  zuvor und so viele wie nie.[1] Erstmalig informierte der Bürgermeister in der 13. Sitzung der Schönwalder Gemeindevertretung  am 9. Juni 2015 von Gesprächen mit dem Landkreis Havelland über „Menschen, die auf der Flucht sind“, aber konkrete Fakten fehlten.

Dazu ein Stichwort aus meiner aktuellen Lektüre; zwar in einem anderen Zusammenhang, einer Analyse namhafter Bevölkerungswissenschaftler, aber hierzu passend werden Menschen unserer Gegenwart beschrieben, die einen unzureichenden Zugang zu Bildung haben und ihren Kindern keine Zukunft bieten können. Da heißt es: „Diese Menschen haben oft wenig zu verlieren und kaum eine Hoffnung. Sie resignieren oder gehen Risiken ein, die anderswo unbegreiflich sind. Sie fallen eher auf die Versprechen von Ideologen herein, sie lassen sich leichter radikalisieren. Für einzelne Verzweifelte kann dann der Tod als direkter Weg ins Paradies attraktiver sein als ein Weiterleben im hoffnungslosen Alltag. Andere machen sich auf, um in einem anderen Land nach einem besseren Leben zu suchen…“[2]

Wem fallen da nicht die Flüchtlinge aus Krisenstaaten und Bürgerkriegsgebieten ein, die bei uns als Asylsuchende ankommen? Deren Fluchtgrund der eine oder andere von uns nicht recht einsehen will und deren Risikobereitschaft, sich einem kriminellen Schlepper anzuvertrauen, um über das Mittelmeer zu kommen, auf Unverständnis, gar Ablehnung stößt? Vom sicheren Port lässt sich gemächlich raten, sagt der Dichter. Nicht jeder wird von toten Flüchtlingen, von angeschwemmten Kindern erschüttert.

Ich erinnere bei diesem Rückblick zunächst an die Erklärung „Wir werden aktiv. Wir wollen helfen.“ Eine Erklärung aller Fraktionsvorsitzenden unserer Gemeindevertretung vom 30. Juli 2015, der sich auch der Vertreter der Linken sofort anschloss. Es war eine erste Reaktion auf die Ankündigung und Entscheidung des Kreistages, im Erlenbruch ein Containerdorf für ca. 400 Asylbewerber und Flüchtlinge einzurichten. Wir Sozialdemokraten haben uns vor einem Jahr sofort in einer Presseerklärung gegen die hohe Zahl ausgesprochen, weil wir die Integration dadurch für erschwert hielten. Zugleich aber haben wir ganz im Sinne unseres Programms und unserer Vorstellungen von Solidarität und Mitmenschlichkeit für die Unterstützung der „neuen Nachbarn“ geworben.

Als zentrale Leitlinie für alle Bürgerinnen und Bürger kann vielleicht der Satz aus der Erklärung stehen: „Wir unterstützen alle Aktivitäten, die das Leben der neuen Nachbarn erleichtern, die die Integration fördern, die sowohl konkrete materielle als auch solidarische Hilfe leisten.“ Dieser Satz ist auch deshalb von Bedeutung, weil er ohne Vorbehalt auch von unserem Ortsvorsteher Lothar Lüdtke unterschrieben wurde. Und die Erklärung schließt mit dem Appell:

„Wir rufen alle Parteien und Interessenverbände sowie unsere Mitbürger auf, sich gegen Rassismus und Gewalt und für Solidarität mit Asylsuchenden und denjenigen, die sich für Asylsuchende einsetzen, zu engagieren.“

Diesen Aufruf empfinde ich wie einen Grundstein für das, was dann bei uns in der Gemeinde erfolgte. Während in der ersten öffentlichen Veranstaltung am 16. Juni 2015 zum Thema in der Schulaula angesichts unvollständiger Information noch Bedenken, auch Unmut gegenüber der Entscheidung des Kreistages und damit auch gegenüber den Flüchtlingen zu hören waren, ging es in der ersten Versammlung einer „Initiative Neue Nachbarn“ im Gemeindesaal bereits konkret um die Fragestellung: Wie können wir helfen? Mehr als 120 Mitbürgerinnen und Mitbürger trafen sich am 3. September 2015, sie erklärten sich spontan bereit, zu helfen, zu spenden, zu unterstützen. Das Echo in der Presse war positiv, und neu war, dass es von nun an neue Netzwerke gab, in denen Solidarität groß geschrieben wurde. Auch in der Gemeinde selbst, unter den Mitbürgern entstand ein neues Gemeinschaftsgefühl, weitere Verbindungen entstanden, man wusste von einander und stütze sich gegenseitig, man kannte plötzlich diesen und jenen sowie seine Kenntnisse und Fähigkeiten besser als vorher. Es war der Anfang einer Bewegung, die erstaunlich stabil über ein Jahr positiv wirkte. In der Veranstaltung  wurde betont, die Initiative werde parteipolitisch unabhängig handeln. In meiner einleitenden Rede wies ich u.a. darauf hin,  klar müsse bleiben, dass in erster Linie die zuständigen Behörden in der Verantwortung sind und dass wir von ihnen die erforderlichen Auskünfte brauchen, ungefiltert und ohne Zeitverzug, wenn wir wirkungsvoll helfen wollen. Und wörtlich: „Aber die bürgerschaftlichen Initiativen und Netzwerke sind unseres Erachtens dringend geboten, um den neuen Nachbarn ein sicheres Umfeld zu schaffen und einen gedeihlichen Beginn. Der Umgang mit ihnen ist ein Zeichen  dafür, wie menschlich unsere Gemeinde ist, wie solidarisch und human sie sich in einer Krisensituation verhält.“

Unter der konstruktiven Leitung von Michael Mildenberger bildeten sich nach zwei weiteren Zusammenkünften sog. Arbeitsgruppen, für die jeweils ein Sprecher bzw. eine Sprecherin eine koordinierende Funktion übernahm. Jeder kann sich darüber im Internet unter internet@neue-nachbarn-in-schoenwalde.de informieren, und jeder kann sich auch weiterhin anmelden und beteiligen.

Vielleicht war es ein Glücksumstand, dass die Container im Erlenbruch nicht rechtzeitig fertig wurden. Auf diese Weise kam es zu einer Zwischenlösung: Das Schönwalder Schullandheim wurde angemietet, die ersten Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan und Afghanistan zogen ein.  Erste Kontakte wurden geknüpft, es gab ein „Begrüßungstreffen“, bei dem die Syrer ein Essen aus ihrer Heimat bereiteten und der Bürgermeister sprach. Er lud ein zu einem Nachbarschaftstreffen, „damit wir uns gegenseitig kennenlernen und mögliche Berührungsängste auf beiden Seiten abbauen können“.[3] Es gab bemerkenswerte Zufälle: Ein Schönwalder seit 18 Jahren, bisher fast unbekannt, sprach arabisch, seine Kinder haben hier bei uns die Schule besucht, studieren inzwischen, er dolmetschte und unterstützte die Johanniter, die zunächst die Betreuung übernahmen. Beim Siedlungsfest am 19. September trat die Initiative mit einem eigenen Stand erstmals in der Öffentlichkeit in Erscheinung, Informationsmaterial wurde verteilt und – ganz wichtig – Gespräche wurden mit Passanten geführt, neue engagierte Helfer verstärkten die Initiative, leisteten Pionierarbeit, die Respekt und Anerkennung verdient.

Der Bürgermeister zum Beispiel formulierte diesen Respekt in einem Dezember-Rundbrief für alle Bürger so: „Gerade in der heutigen Zeit können wir ohne ehrenamtliche Hilfe nur noch sehr schwer die Aufgaben, die selbst im Grundgesetz verankert sind, erfüllen. Die Initiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“ leistet viel, um denjenigen, die gegenwärtig im Schullandheim wohnen und um Asyl bitten, zu helfen. Das ist großes bürgerschaftliches Engagement und verdient unser aller Dank.“

Vom Landkreis nahm die Initiative eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 650 Euro in Anspruch, die seitens der Verwaltung generell für ehrenamtliche Tätigkeit gewährt wurde. Es  verdient erwähnt zu werden, dass unser erster Spendenaufruf bei der Volkssolidarität Schönwalde und in Pausin mehrere Hundert Euro einbrachte. Inzwischen existiert ein Spendenkonto, sodass auch derjenige sich engagierten kann, der wegen seiner Berufstätigkeit keine Zeit findet, sich persönlich einzubringen.

Nach der Fertigstellung des Übergangswohnheims (ÜWH) im Erlenbruch lud die Verwaltung des Landkreises die Bewohner ein, sich zu informieren und die Räume zu besichtigen. Es ist eine alte Erfahrung: Information und Kontakt sind sehr geeignet, Vorurteile zu vermeiden, Ängste abzubauen, vielleicht auch Verständnis für Unbekanntes zu wecken. Dass das notwendig ist, erkannte man schnell in vielen Diskussionen, die privat und offiziell, in den Familien, auf der Straße, ja auch in der Gemeindevertretung geführt wurden. Auch der scheidende Landrat Burkhard Schröder meldete sich zu Wort; in seinem Grußwort zum Jahreswechsel schrieb er u.a. „Das Thema von Unterbringung, Betreuung und ansatzweiser Integration von circa 2 200 Flüchtlingen und Asylbewerbern fordert den Landkreis, Träger der sozialen Wohlfahrt und Ehrenamt grenzwertig. Ein weiterer deutlicher Anstieg der Flüchtlingszahlen vor Ort 2016 würde uns wohl finanziell, aber auch operativ überfordern… deshalb wird 2016 ein Jahr der großen Anstrengung bleiben.“[4]

Wer würde da widersprechen? Von dieser grenzwertigen Arbeit kann jeder berichten, der in der Initiative mitgewirkt hat und auch gegenwärtig einen Teil seiner Freizeit für andere opfert. In den Medien war immer wieder davon die Rede, dass die Verwaltung überfordert, die Bürokratie hemmend und die Formalien überbordend seien – auch wenn von der Kanzlerin zu hören war, man solle die deutschen Vorschriften und Anordnungen, die Regeln und Gesetze „flexibel auslegen“. Mitunter sind die kritischen Töne harscher geworden. Aus unserer Erfahrung dazu nur so viel:

Das erste Schreiben an den Sozialdezernenten vom 17.7.15 mit der Bitte um Informationen über medizinische und soziale Betreuung der Flüchtlinge bzw. über die Konzeption innerhalb des künftigen Container-Dorfes blieb unbeantwortet. Das zweite Schreiben an den Leiter des beim Landrat gebildeten Krisenstabs in Rathenow vom 18.7.2015 blieb unbeantwortet. Das dritte Schreiben an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, zu Händen des dort gebildeten Krisenstabs vom 9.10.2015 mit der Bitte um Stellungnahme über eine Konzeption zur Beschulung, zum Kitabesuch bzw. zum Spracherwerb generell blieb unbeantwortet.

Das vierte Schreiben vom 29.10.2015 an die Verwaltung der Gemeinde Schönwalde mit der Bitte, der Initiative Räumlichkeiten für ein Treffen bzw. für die Koordination zur Verfügung zu stellen, führte zur Einladung zu einem Gespräch beim Bürgermeister. Es wurde vereinbart, alle Vertreter verantwortlicher Stellen zu einem jour fix zu laden[5], um Probleme bereits im Entstehen zu bearbeiten bzw. zu lösen. Inzwischen hat die Gemeindevertretung per Beschluss dafür gesorgt, dass der Initiative Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, die Telefon- und PC-Anschluss haben und eine ehrenamtliche Tätigkeit erleichtern werden – seit Mai 2016 mit der Bezeichnung „Refugium“ eingerichtet und benutzt. Es soll auch erwähnt werden, dass die zuständige Leiterin des Sozialamtes – dem verantwortlichen Träger des Wohnheims -  sehr offen, kompetent und konstruktiv mit anstehenden Problemen umging.

 

Zu einem Rückblick gehört ein Wort zum Schulbesuch. Als Vorsitzender des Bildungsausschusses hatte ich die Leiterin unserer Grundschule eingeladen. Sie berichtete über den pünktlichen und regelmäßigen Schulbesuch der Kinder, freute sich über deren Motivation und Lernfortschritt, auch über die verantwortliche Haltung der Eltern.[6] Ähnlich gut wird der Besuch der Kita beurteilt, wobei dieselben Bedingungen bezüglich der Warteliste zu beachten sind wie bei Schönwalder Vorschulkindern. Schwieriger war es beim Besuch der Oberschule, weil Fahrzeiten zu beachten waren und weil die Motivation bei älteren Mädchen zunächst geringer war, denn in ihrer Heimat hatten sie bereits einen Abschluss oder waren womöglich schon verheiratet. Zu einer Bilanz gehört sicher auch die Darstellung von Konflikten. So wünschte nicht nur ich, dass die Flüchtlinge sich stärker im Alltagsleben der Gemeinde integrieren. Angebote für ehrenamtliche Tätigkeit gab es und auch solche auf der Basis des 1-€-Jobs. Bei genauer Anleitung gab es auch positive Beispiele, so am Umwelttag, so im Verein kreativ e.V., so auf dem Bauhof.[7] Zu bedauern bleibt, dass nach einem Strohfeuer die Teilnahme zurückgegangen und immer wieder Werbung dafür erforderlich ist. Andererseits erlebt man bei einigen Asylbewerbern starke Motivation, sich zu qualifizieren und möglichst bald zu arbeiten: so beim Informatik-Experten Fareed (mit einem Ingenieur-Abschluss aus Aleppo) oder bei Sengar, der sein Studium in Aleppo abbrechen musste.[8] Erfreulich, dass die Schönwalder Bibliothek PC-Plätze zur Verfügung stellte, um den Spracherwerb zu erleichtern. Dieser und die Jobsuche sowie das Finden einer Wohnung sind nun die eigentlichen Notwendigkeiten, wenn die gewollte Integration auch wirklich erreicht werden soll.

In einer öffentlichen Versammlung der SPD in Falkensee hat sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke für eine schnelle Integration ausgesprochen: „Die Integration der Erwachsenen wird schwieriger, aber die Rahmenbedingungen sind hervorragend. In der Prignitz ist der Bedarf an Arbeitskräften immens, Unternehmen suchen händeringend nach Mitarbeitern…ein Großteil der Flüchtlinge wird es schaffen, für andere dürften Beschäftigungsprogramme erforderlich sein. Die Hauptsache ist, dass die Menschen aus  den Unterkünften kommen und soziale Kontakte knüpfen können. Nicht nur aus diesem Grunde ist das gesellschaftliche Engagement der inzwischen 130 Brandenburger Willkommensinitiative von enormer Wichtigkeit.“[9]

 

Gegenwärtig leben im Erlenbruch 242 Flüchtlinge, viele haben einen anerkannten Status. Damit sind sie Schönwalder Bürger mit allen Rechten und Pflichten; tatsächlich haben einige Arbeit und Wohnung gefunden, sind bereits weggezogen, einige andere sind zu Bekannten bzw. Freunden gefahren. Wir können aber nicht die Augen davor verschließen, dass für die Mehrheit die Lage schwierig werden wird, denn Ausbildungsangebote sind rar, Arbeitsplätze in unserer Gemeinde und näheren Umgebung sind schwer zu finden und Wohnungen wären das große Los, denn auch Alteingesessene suchen solche. Einseitige Bevorzugungen kann es nicht geben.[10] Wohl aber Hilfe und kleine Verbesserungen im Alltag: So sind inzwischen Fahrradständer aufgestellt worden, eine Kleiderkammer wurde eingerichtet, die SPD-Fraktion hat den Antrag gestellt, einen Fahrradweg vom Erlenbruch ins Dorf zu schaffen, um die Gefahren auf der A20 zu mindern; die Gemeindevertretung ist dem Antrag einstimmig gefolgt.

Wir müssen zunächst immer wieder auf den regelmäßigen Schulbesuch dringen, auch wenn der Weg etwas weiter und die Anlaufschwierigkeiten in der fremden Sprache groß sind. Wenn Anerkennungen zum Asylstatus ausgesprochen werden, ist auch der Umzug zu akzeptieren, wenn wo anders ein Job oder eine Wohnung vorhanden sind. Und im negativen Fall muss die Rückkehr akzeptiert werden. Nur so kann der Grundstein für Integration mit längerer und nachhaltiger Wirkung erreicht werden. Unabwendbar scheint, dass nun staatliche Förderprogramme auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt erforderlich werden, um Enttäuschungen zu vermeiden und Aggressionen zu mindern. Das Heer der Hartz IV-Empfänger zu vergrößern, dürfte keine Lösung sein. Auch aus gesellschaftspolitischen Gründen scheint mir das geboten: populistischen Ressentiments sollte der demokratisch verfasste Staat den Nährboden entziehen.

Und nun?

Nach dem Schließen der Balkanroute und dem Abkommen mit der Türkei scheint zunächst der weitere Zustrom von Flüchtlingen gestoppt bzw. stark gemindert. Manches von der überbordenden Arbeit und den plötzlichen Notwendigkeiten im erfahrungsfreien Raum scheint gemindert, Routine beginnt, und geregelte Abläufe führen zu durchschaubaren Verfahren. Zeitungen melden jetzt: „Ende der Willkommenskultur. Zustimmung der Deutschen zur Zuwanderung geht deutlich zurück“.[11] Wir in Schönwalde haben nie von „Willkommenskultur“ gesprochen; es schien uns ein falscher Zungenschlag, ein Verkennen der Realität, man kann nicht eine Million und mehr willkommen heißen. Aber wir haben immer für richtig gehalten, Notleidenden zu helfen, Bedrängte zu unterstützen und das Verfassungsrecht auf Asyl zu achten. Viele Mitbürger handelten übrigens in der Initiative „Neue Nachbarn in Schönwalde“ auf der Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen als Flüchtende 1945 und danach. Sie ließen sich nicht abhalten, sich für Flüchtlinge und deren Kinder zu engagieren, auch wenn es Gegenwind gab, mitunter ausfallend und diffamierend; hier ist auch an die zwei Demonstrationen vor dem Rathaus zu erinnern. Es waren demokratisch legitimierte Auseinandersetzungen über verschiedene Auffassungen. Und es ist erfreulich, dass es nicht zu Ausschreitungen, zu kriminellen Aktionen oder gar zu Verletzungen und Beschädigungen kam. Dies erwähne ich, weil man bedauerlicherweise anderswo auch von Bränden in Flüchtlingsheimen, von Tätlichkeiten und Beleidigungen aus rassistischen Gründen las. Man sollte eigentlich bereits in der Schule gelernt haben, dass dies nicht zum politischen Diskurs in einer Demokratie gehört, dass das nichts mit Meinungsfreiheit zu tun hat – einem hohen Gut unserer Verfassung – und dass das Gewaltmonopol ausschließlich beim Staat liegt. Es verdient, erwähnt zu werden, dass auch andere Parteien auf dieser Linie argumentierten. So die CDU-Havelland und der Schönwalder Bürgermeister: „Wir wollen in Schönwalde und in unserer Region keine Verhältnisse, in denen geflüchtete Menschen drangsaliert, eingeschüchtert und bedroht werden. Wir wollen das offene, freundliche und tolerante Gesicht Schönwaldes zeigen und bewahren. Denn Pegida und andere derartige Bündnisse sind eben nicht das Volk, wie sie sich immer wieder anmaßen zu behaupten. Unter dem Motto „Dem Hass entgegentreten“ rufen wir zu einer friedlichen und fröhlichen Versammlung auf.[12]

Die vorliegende sozialpsychologische Studie über die nachlassende Zustimmung  gegenüber den Flüchtlingen zeigt übrigens auch ein Pochen auf „Vorrechte für Alteingesessene“. Wir Sozialdemokraten haben immer darauf geachtet, dass es keine Bevorzugung geben darf, wohl aber eine Gleichbehandlung auf der Basis unseres Grundgesetzes, d.h. die Beachtung der Gleichberechtigung der Frau, die Religionsfreiheit, das Recht auf Verschiedenheit in vielen Bereichen. Der Satz „Die sollen sich anpassen“ ist so alt wie er unklar ist. Es müsste uns alle nachdenklich stimmen, wenn eine kulturell vielfältige Gesellschaft weniger geschätzt wird. Die Wahrheit dürfte doch sein, dass jeder von uns die Freiheiten unserer Gesellschaft schätzt. Ein Gedankenspiel: Nehmen wir wahllos 15 alteingesessene Schönwalder. Glauben wir nicht auch, dass wir damit sehr unterschiedliche Menschen mit sehr verschiedenen Urteilen über Religion, Erziehung, Verkehrsregeln oder über Lebensgewohnheiten vor uns hätten? Obwohl sie doch die gleiche Sprache sprechen und die deutsche Schule besucht haben, deutsche Eltern hatten und deutsche Medien nutzen. Und nun zum Erlenbruch und zu den „neuen Nachbarn“ dort: Da sind Hochschulabsolventen und Analphabeten, sind Leute vom Dorf und von der Stadt, da gibt es Sunniten und Schiiten, Menschen aus Afghanistan und aus Afrika, Traumatisierte und Kranke, die dringend einen Arzt brauchen, man kann lachende Radler durch das Dorf fahren sehen, aber auch schüchterne Frauen beim Einkauf beobachten. Zeitungen melden, das auch kriminelle Täter gefasst wurden, sie melden aber auch, dass ein Syrer in einem gespendeten Schrank 50 000 € fand, die er bei der Polizei abgab. Lasst uns unsere Ängste und Sorgen überprüfen, versuchen wir, auch wenn es schwer fällt, unvoreingenommen zu bleiben und die Realität zu beurteilen, nicht unsere Vorurteile zum Maßstab zu machen. Sehen wir auf den Einzelnen, urteilen wir bitte nicht pauschal.

Am 9. September wird die Initiative „Neue Nachbarn“ zu einem Treffen in den Gemeindesaal einladen. Engagierte Gruppenleiter werden über ihre Arbeit berichten, über Erfolge und über Schwierigkeiten. Es wird die Gelegenheit geben, Rechenschaft abzulegen und das Wir-Gefühl zu stärken, auch Bilanz zu ziehen und die Frage anzugehen: Wie weiter? Es gilt, einen Weg zu finden in die Normalität, die Integration zum Alltag zu machen, zu werben für eine Tätigkeit, die erfüllt – eine Tätigkeit für jeden von uns.

Und worauf warten die, die noch abseits stehen?

 

[1] „Zuwanderung so hoch wie nie“ in: Der Tagesspiegel vom 13.7.2016

[2] Reiner Klingholz/Wolfgang Lutz: Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit; Campus Verlag Frankfurt, New York 2016

[3] Bodo Oehme im Einladungsschreiben vom 17.11.2015

[4] BRAWO vom 3.1.2016

[5] „Hilfe für Flüchtlinge“ in Preußenspiegel Nr. 47 vom 19.11.2015

[6] „Bildung als Schlüssel zur Integration“ in MAZ vom 16./17.1.2016

[7] „Flüchtlinge leisten gemeinnützige Arbeit“ in BRAWO vom 20.12.2015

[8] „Auf Jobsuche“ in BRAWO vom 17.1.2016

[9] „Flüchtlinge: Woidke für rasche Integration“ in BRAWO vom 20.3.2016

[10] Leserbrief in der MAZ vom 11.6.2016

[11] Zitiert nach: Der Tagesspiegel vom 8.7.2016

[12] Flugblatt und Mail der CDU vom 22.2.2016

 

veröffentlicht am 16.07.2016

 


 

Leserbrief zu: Mathias Koch, Die allerbeste Integrationshilfe , MAZ vom 26.05.2016

Selten las ich es so deutlich: Will man wirklich integrieren, muss man Asylbewerber fördern und zugleich fordern. Schwer genug in Schönwalde, wo nun 242 Flüchtlinge im Erlenbruch wohnen, weit entfernt von allen Ämtern, Versorgungseinrichtungen und Dienstleistungen. Die Initiative „Neue Nachbarn“ hat bisher großartig mit Spenden, mit Fahrrädern, mit Sprachkursen und vielen täglichen Angeboten helfen können und mitgewirkt, Fremdheit zu überwinden, den Schulbesuch der Kinder zu unterstützen und das Alltägliche zu bewältigen. Wir können aber nicht die Augen davor verschließen, dass Ausbildungsangebote rar sind, dass Arbeitsplätze schwer zu finden sind und Wohnungen das große Los wären, denn auch Alteingesessene suchen solche. Einseitige Bevorzugungen kann es nicht geben.

Wir müssen zunächst auf den regelmäßigen Schulbesuch dringen, auch wenn der Weg etwas weiter und die Anlaufschwierigkeiten in der fremden Sprache groß sind. Wenn Anerkennungen ausgesprochen werden, muss auch der Umzug akzeptiert werden, wenn wo anders ein Job oder eine Wohnung vorhanden sind. Nur so kann der Grundstein für Integration mit längerer und nachhaltiger Wirkung erreicht werden. Unabwendbar scheint, dass nun staatliche Förderprogramme auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt erforderlich werden, um Enttäuschungen zu vermeiden und Aggressionen zu mindern. Das Heer der Hartz IV-Empfänger zu vergrößern, dürfte keine Lösung sein. Auch aus gesellschaftspolitischen Gründen scheint mir das geboten: populistischen Ressentiments sollte der demokratisch verfasste Staat den Nährboden entziehen.

Wilfried Seiring, Schönwalde-Glien

veröffentlicht am 11.06.2016

 


 

Bring 1 – nimm 2!

Büchertauschaktion des SPD Ortsvereins Schönwalde-Glien

Nach der erfolgreichen Büchertauschaktion in den letzten Jahren wird der SPD Ortsverein Schönwalde-Glien diese Aktion am Sonnabend, dem 19. März 2016 wiederholen. Der Erfolg und die vielfache Zustimmung bei Jung und Alt ermutigen zur Wiederholung. Sollten am Ende noch Bücher übrig bleiben, so wird die SPD diese bei Interesse der Schönwalder Ausleihe übereignen.

„Bring 1 – nimm 2!" heißt das Motto der Tauschaktion. Das ist zugleich auch Programm: Wer ein Buch spendet, darf sich am Büchertisch im Tausch gleich zwei andere aussuchen. Kinder und Jugendliche sind besonders herzlich eingeladen, sich neue Bücher einzutauschen.

Der SPD –Kandidat für die Landratswahl, Martin Gorholt, hat seinen Besuch angekündigt, der Pädagoge Wilfried Seiring, Gemeindevertreter und Vorsitzender des Bildungsausschusses, wird sich an der Aktion beteiligen; andere Mitglieder des Ortsvereins werden ebenfalls vor Ort sein.

„Bücher sind Fenster zur Welt, sie fördern die Fantasie, machen uns klüger und bereichern uns in vielerlei Hinsicht – so wollen wir einen positiven Impuls für jede Altersstufe geben", sagt Seiring zur Begründung der SPD-Aktion.

Es soll später berichtet werden, wie viele Bücher ihren Besitzer gewechselt haben. Der Tausch ist kostenlos. Freiwillige Spenden kommen wieder den Bibliotheken der Perwenitzer „Grundschule im Glien" und der Grundschule „Menschenskinder" in Schönwalde zugute.

Die Büchertauschaktion findet am Samstag, den 19. März ab 10 Uhr, vor dem Schönwalder EDEKA statt.

Verantw. i.S. d. Pressegesetzes

Bärbel Eitner, SPD-Vorsitzende

Veröffentlicht am 14.03.2016

 


 

Sollen Schüler Hitlers „Mein Kampf“ lesen?

http://www.aref.de/kalenderblatt/2008/pics/hitler_mein-kampf_1925_dhm.jpg

Ein Leserbrief von Wilfried Seiring

Erstmals seit dem 2. Weltkrieg ist Hitlers Kampfschrift wieder für jedermann zu haben. Das Erlöschen des Urheberrechts macht es möglich, dass 800 Seiten der Original-Hetzschrift des Nationalsozialismus wieder nachlesbar sind – angereichert durch mehr als 3500 kluge Anmerkungen der Wissenschaftler des Instituts für Zeitgeschichte. Ob dadurch das ideologische Gift immunisiert wird, bleibt für mich zweifelhaft; allerdings hat das zweibändige Werk nun 1948 Seiten und kostet 59 Euro – eine gewisse Barriere für den Unterricht.

Überraschend hat die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) den Einsatz der kommentierten Neuausgabe ebenso empfohlen wie der brandenburgische Bildungsminister Günter Baaske (SPD), und auch der Deutsche Lehrerverband hat sich für eine Nutzung im Unterricht ausgesprochen. Ist das bedenklich, wird sich mancher fragen. Ist der Text vielleicht sogar gefährlich für jugendliche Leser?

Jeder Pädagoge weiß – und erfahrene Eltern wissen es auch – was verboten ist, hat einen besonderen Reiz. Da man den Zugang über Bibliotheken nicht verhindern kann, sind das Gespräch darüber und eine von ausgebildeten Geschichtslehrern begleitete Lektüre wohl tatsächlich eher zu begrüßen. Sicher kann sich jeder vorstellen, dass Wälzer in diesem Umfang Jugendlichen nicht zugemutet werden. Und natürlich sind diese Texte auch nicht erforderlich, wenn einzelne Themenbereiche im Unterricht besprochen werden.

Entscheidend in diesem Zusammenhang ist, dass Schüler im Laufe ihrer Schulzeit die Kompetenz erwerben, historische Quellen zu untersuchen, dass sie Perspektiven historisch richtig einordnen, Personen und Gruppen, deren Ziele in der Geschichte korrekt beschreiben können und deren Aussagekraft sowohl mit dem Blick auf deren Zeit als auch im Hinblick auf unsere Gegenwart erklären können. Das dürfte in den Klassen 9 und 10 erst zum Thema „Von der Demokratie zur Diktatur“ und bei Längsschnitten sinnvoll sein, und hier könnte, muss aber nicht, das kommentierte Werk eingesetzt werden. Bei dem Thema „Ideologie und Herrschaft des Nationalsozialismus“ erwerben die Schüler gem. Lehrplan „Kenntnisse über ideologische Grundlagen und Strukturen der nationalsozialistischen Herrschaft“. Das war bisher ohne „Mein Kampf“ vermittelbar, und ich bin überzeugt, dass die Lehrkräfte auch künftig angesichts der guten Materiallage, der Chancen Gedenkstätten und Museen zu besuchen ohne dieses Nazi-Machwerk auskommen werden. Ich habe gute Erfahrungen mit dem Einsatz des „Tagebuchs der Anne Frank“ gemacht, die Unterrichtsziele werden auch durch den Film „Nackt unter Wölfen“ erreicht. Unsere Schulen besitzen bereits eine breite Palette guter Medien zum Thema.

Wichtiger als diese Streitfrage um die Verwendung der Nazi-Texte ist die Vermittlung einer demokratischen Haltung, einer friedfertigen und toleranten Einstellung. Unsere Schule soll selbständig denkende und verantwortungsbewusst handelnde Menschen entlassen, die bereit sind, sich in der Gemeinschaft zu engagieren und allen totalitären Bestrebungen aktiven Widerstand entgegen zu bringen.

veröffentlicht am 20.01.2016

 

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