Leserbrief zu: Mathias Koch, Die allerbeste Integrationshilfe , MAZ vom 26.05.2016

Veröffentlicht am 11.06.2016 in Kommunalpolitik

Leserbrief zu: Mathias Koch, Die allerbeste Integrationshilfe , MAZ vom 26.05.2016

Selten las ich es so deutlich: Will man wirklich integrieren, muss man Asylbewerber fördern und zugleich fordern. Schwer genug in Schönwalde, wo nun 242 Flüchtlinge im Erlenbruch wohnen, weit entfernt von allen Ämtern, Versorgungseinrichtungen und Dienstleistungen. Die Initiative „Neue Nachbarn“ hat bisher großartig mit Spenden, mit Fahrrädern, mit Sprachkursen und vielen täglichen Angeboten helfen können und mitgewirkt, Fremdheit zu überwinden, den Schulbesuch der Kinder zu unterstützen und das Alltägliche zu bewältigen. Wir können aber nicht die Augen davor verschließen, dass Ausbildungsangebote rar sind, dass Arbeitsplätze schwer zu finden sind und Wohnungen das große Los wären, denn auch Alteingesessene suchen solche. Einseitige Bevorzugungen kann es nicht geben.

Wir müssen zunächst auf den regelmäßigen Schulbesuch dringen, auch wenn der Weg etwas weiter und die Anlaufschwierigkeiten in der fremden Sprache groß sind. Wenn Anerkennungen ausgesprochen werden, muss auch der Umzug akzeptiert werden, wenn wo anders ein Job oder eine Wohnung vorhanden sind. Nur so kann der Grundstein für Integration mit längerer und nachhaltiger Wirkung erreicht werden. Unabwendbar scheint, dass nun staatliche Förderprogramme auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt erforderlich werden, um Enttäuschungen zu vermeiden und Aggressionen zu mindern. Das Heer der Hartz IV-Empfänger zu vergrößern, dürfte keine Lösung sein. Auch aus gesellschaftspolitischen Gründen scheint mir das geboten: populistischen Ressentiments sollte der demokratisch verfasste Staat den Nährboden entziehen.

Wilfried Seiring, Schönwalde-Glien

veröffentlicht am 11.06.2016

 

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