Presseerklärung des SPD-Ortsvereins Schönwalde zum 8. Mai 2020

Veröffentlicht am 07.05.2020 in Allgemein

"Der SPD-Ortsverein Schönwalde gedenkt am 8. Mai, dem Tag der Befreiung, aller Opfer von Krieg und Gewalt. Am 75. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus, dem Ende der Diktatur gedenken wir aller Toten, aller Opfer, und wir denken auch an alle, die für die Befreiung ihr Leben ließen.

Wir Sozialdemokraten verbinden mit der Niederlage der Nazi-Ideologie, mit dem Ende von Rassismus und Nationalismus den immerwährenden Kampf für Frieden und Solidarität, für Demokratie und einem verantwortungsbewussten vereinten Europa.

 

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, wenn wir Blumen am Gedenkstein „Für die Opfer von Krieg und Gewalt“ niederlegen, wollen wir mit unserer Aktivität und der damit verbundenen Aussage nicht nur an einen historisch bedeutsamen Tag erinnern, wir wollen Gespräche anregen und das Nachdenken darüber, wie es zu diesem verheerenden Krieg mit insgesamt 60 Millionen Toten kommen konnte. Der faschistische  Welteroberungskrieg, die Nazi-Ideologie von der Herrenrasse und dem Volk ohne Raum führte nicht nur zum Überfall auf Polen und die damalige Sowjetunion, zum Holocaust mit Millionen ermordeter Juden aus allen Ländern Europas sondern schließlich auch zum größten Leid des deutschen Volkes selbst, zum Tod von Sinti und Roma, generell von Andersdenkenden, darunter vielen Gewerkschaftlern und Sozialdemokraten.

 

Der 8. Mai 1945 hat insofern etwas zu tun mit dem 30. Januar 1933, der Machtübernahme Hitlers und seiner Partei. Der 8. Mai 1945 ist auch eine Zäsur in der Geschichte Europas, denn bald kam es zu einer verhängnisvollen Teilung der Welt, eine Phase des Kalten Krieges begann. Die Sowjetunion befreite wie die westlichen Alliierten Deutschland von einer menschenverachtenden Diktatur und installierte doch bald in ihrem Einflussbereich „die Diktatur des Proletariats“. Es kann für die Gegenwart von Wert sein, sich über die gedenkpolitische Würdigung des Kriegsendes in beiden deutschen Staaten Gedanken zu machen. Während der erste Bundespräsident Heuß noch 1955 formulierte, „die fragwürdigste Paradoxie der Geschichte für jeden von uns – weil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind“, stellte sich die DDR-Regierung von Anfang an auf die Seite der Sieger, sodass die Herrschaftskultur der SED im 8.Mai den  „Beweis der Überlegenheit des Sozialismus“ sah und für eine differenzierte Beurteilung durch die Bevölkerung keinen Raum zuließ.

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger, könnte der 8. Mai und seine geschichtliche Bedeutung nicht auch unter dem Aspekt diskutiert werden, dass damit die Voraussetzungen geschaffen wurden, einen demokratischen Staat zu schaffen, der sich mit dem Grundgesetz eine Verfassung gab, die uns allen Demokratie, Freiheit und ein Leben in Menschenwürde sichert?“

 

Für den Ortsvereinsvorstand der SPD Schönwalde-Glien

Barbara Ziegner und Wilfried Seiring